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NAM4NT – Potenzial neuer Ansätze zur Unterscheidung zwischen Risiken der Entwicklungsneurotoxizität und der Neurotoxizität im Erwachsenenalter.

Neurotoxizität wird zunehmend als zentrale Herausforderung bei der Bewertung der Chemikaliensicherheit anerkannt. Im Rahmen der CLP-Verordnung existiert derzeit keine eigenständige Gefahrenklasse für Neurotoxizität. Die Neurotoxizität bei Erwachsenen (ANT) wird unter der Kategorie „Spezifische Zielorgan-Toxizität“ (STOT) behandelt, während die Entwicklungsneurotoxizität (DNT) im Rahmen der Reproduktionstoxizität berücksichtigt wird, ohne ausdrücklich als separater Endpunkt definiert zu sein. Diese regulatorische Struktur bildet den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand darüber, wie Chemikalien das Nervensystem in verschiedenen Lebensphasen beeinflussen können, nicht vollständig ab.

Mit den rasanten Fortschritten bei den New Approach Methodologies (NAMs) haben sich neue Möglichkeiten für eine mechanistische und menschenrelevante Bewertung der Neurotoxizität eröffnet.

Auf Ersuchen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) wurde das NAM4NT-Projekt im Rahmen von PARC ins Leben gerufen, um zu bewerten, ob verfügbare NAMs Gefahren der ANT und DNT zuverlässig identifizieren können und – entscheidend – ob sie zwischen diesen beiden Endpunkten unterscheiden können.

NAM4NT wird bestehendes mechanistisches Wissen zusammenführen, verfügbare NAM-Daten integrieren und biologische Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zwischen Entwicklungs- und Erwachsenen-Neurotoxizität kritisch bewerten. Dort, wo die Evidenzlage unzureichend ist, werden gezielte Fallstudien eingesetzt, um zentrale Unsicherheiten zu klären. Das übergeordnete Ziel besteht darin zu beurteilen, ob Neurotoxizität als eine einzige Gefahrenklasse betrachtet oder in die Kategorien ANT und DNT unterteilt werden sollte. Durch die Bereitstellung einer klaren wissenschaftlichen Grundlage für die NAM-basierte Bewertung von Neurotoxizität soll NAM4NT künftige regulatorische Diskussionen im Rahmen der CLP-Verordnung unterstützen und zu einem modernen, mechanismusbasierten Rahmen für die Einstufung chemischer Gefahren in Europa beitragen.

Projektleitung:

Dr. Jonathan Blum (Universität Basel – UNIBAS, Schweiz)

jonathan.blum@unibas.ch

Stellvertretende Projektleitung:

Prof. Tamara Tal (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Deutschland)

tamara.tal@ufz.de

Prof. Ellen Fritsche (Universität Basel – UNIBAS, Schweiz)

ellen.fritsche@unibas.ch

Siehe Präsentation des Projektplans im wissenschaftlichen Webinar der ECHA